Letzte Änderung:
  20.01.2010

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SWP 19.01.10

Zeitungsbericht der Südwest-Presse vom 19.01.2010

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Quelle: Südwest-Presse 19.01.2010, Foto: Matthias Kessler, SWP

Der Atlantis Cup war der letzte Heim-Wettkampf von Desirée Löbel. Die erfolgreichste Eiskunstläuferin des EV Ulm/Neu-Ulm will aber auch im fernen Neuseeland die Schlittschuhe schnüren.

Eigentlich war alles wie immer, als Desirée Löbel beim Atlantis Cup in Neu-Ulm das Eis betrat. Die 18-Jährige hatte ihren Glücksbringer - einen Amethyst an einem Lederband - bei Badri Kurashvili abgegeben, damit der Eiskunstlauf-Trainer während des Wettkampfs auf den Talisman aufpasst. Und trotzdem war ihr, dem Trainer, ihren Teamkollegen und den Zuschauern anzumerken, dass es kein Auftritt wie jeder andere war.

Für Desirée Löbel war es das letzte Mal, dass sie einen Wettkampf in Neu-Ulm bestritt. Die angehende Abiturientin an der Friedrich-List-Schule wird im November ihre Heimat für acht Monate in Richtung Neuseeland verlassen - ein Ereignis, das beim Atlantis Cup bereits erste Schatten vorauswarf. Ob ihr der Abschied schwer fallen wird? "Klar! Es ist doch meine Heimat", sagt die erfolgreichste Athletin des EV Ulm/Neu-Ulm. Seit zwölf Jahren startet Desirée Löbel für den EV, wurde in dieser Zeit deutsche Vizemeisterin bei den Junioren und kam bei den deutschen Meisterschaften auf den vierten Platz.

Die Protagonistin der Verabschiedung wusste nicht so recht, wie ihr zumute war. "Vielleicht ist ein Jahr Pause ganz gut", meinte Desirée Löbel nach ihrem Auftritt, mit dem sie nicht unbedingt zufrieden war. Für den ersten Platz reichte es trotzdem - die Sportlerin aus Achstetten war die einzige Starterin in der Meisterklasse der Damen.

Bis zum November ist ja noch eine Menge Zeit, in der Desirée Löbel auch noch für den EV Ulm/Neu-Ulm starten wird - aber es war halt ihr letzter Auftritt vor Familie und Freunden, die zahlreich beim Atlantis Cup zuschauten.

Der Aufenthalt in Neuseeland bedeutet aber nicht unbedingt den Abschied vom geliebten Sport. Nach der Rückkehr will sich Desirée Löbel nach einem Studienort umschauen, bei dem es möglich ist, weiterhin auf dem Eis zu stehen. Und auch auf dem Flug nach Neuseeland werden die Schlittschuhe wohl im Gepäck dabei sein. Badri Kurashvili hat noch Verbindungen aus seiner Zeit bei der Eislaufrevue Holiday on Ice, die er nutzen will, damit sein Schützling auch in der Ferne Schlittschuhlaufen kann. Bis dahin will Desirée Löbel den Trainerschein machen, um auf dem Inselstaat Aufbauarbeit in Sachen Eiskunstlauf zu leisten.

"Sie kann nicht so einfach aufhören", ist sich Badri Kurashvili sicher. "Und vielleicht kommt ja die nächste neuseeländische Meisterin aus Neu-Ulm", meint der Trainer, der die junge Sportlerin seit zehn Jahren betreut, mit einem Schmunzeln. Die Frage dabei ist dann nur, wem die Ehre zuteil wird, auf Desirée Löbels Glücksbringer aufzupassen. Aber da wird sich in Neuseeland schon jemand finden lassen.

 

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